Fragen und Antworten

Bei der Diskussion unter den Bürgern tauchen immer wieder die gleichen Fragen auf. Hier soll versucht werden, sie zu beantworten.


Ist ein Abriss so eines Bauwerks vor den Steuerzahlern zu vertreten?

Es gibt Vorbilder: In Berlin wurde im Bereich Breitscheidplatz der Tunnel wieder zugeschüttet, da er verkehrlich keinen Sinn gab. In Bad Freienwalde soll die zu DDR-Zeiten aufgestelzte B 158 nach einer von den Bürgern bestätigten Beschlussfassung wieder abgerissen, weil der Ort sonst seinen Status als Heilbad verlieren würde. In Düsseldorf wurde der „Tausendfüßler“, ein ähnliches Bauwerk aus Zeiten, als man an die "autogerechte Stadt“ glaubte, rückgebaut, weil sonst eine teure Sanierung angestanden hätte. Auch die Brücke über den Breitenbachplatz stammt aus dieser Zeit, als man möglichst viel Beton verbaute. Der Tunnel unter der Wohnmaschine Schlangenbader Straße war ein Vorzeigeprojekt, die Autobahn sollte später bis zur Tiburtiusbrücke mit Anschluss an die Stadtautobahn auf Stelzen weiter gebaut und dabei sogar eine Seite der Schildhornstraße abgerissen werden. Dazu kam es zum Glück nicht. Mittlerweile musste der Beton bereits aufwändig saniert werden, und das war nicht das letzte Mal. 2015 dann wieder eine Fahrbahnsanierung. Die Brücke hat also bereits hohe Unterhaltungskosten.  


Wird der Verkehrslärm nicht größer als jetzt schon?

Nein, denn heute addieren sich der Lärmteppich der Brückentrasse und der parallelen Zu- und Abfahrten. Wenn der Verkehr nach dem Tunnel herunter geführt und durch Tempolimit (30 km/h) und Ampeln geregelt wird, müsste der Lärmpegel sogar sinken. Und denken wir an die weitere Zukunft, so wird es immer mehr leise Elektroautos geben.


Was ist mit den Parkplätzen unter der Brücke, auf die viele Anwohner angewiesen sind?

Zwischen Dillenburger Straße und Südwestkorso sowie zwischen Brentano- und Paulsenstraße würde erneut Platz für Parkplätze entstehen, für die man viel gestalterische Freiheit hätte. Heute sind hier viele Dauerparkplätze von Firmen, die hier gar nicht angesiedelt sind und das Schild mißachten, das ein Parken nur für Pkw erlaubt. Das müsste nicht sein.


Wo soll der Verkehr bleiben, der heute über die Schildhornstraße geht? Je unattraktiver es wird, für die Fahrt in den Süden und Südosten von Steglitz und in umgekehrter Richtung die Schildhornstraße und ehemalige A 104 zu nutzen, desto mehr Auto- und Lkw-Fahrer werden über Schöneberger Kreuz und die Westtangente A 103 fahren. Hier würde die Mehrbelastung kaum auffallen, während eine Reduzierung des Verkehrs auf der Schildhornstraße spürbare positive Wirkungen hätte.


Und was ist mit dem Verkehr, der heute über den Breitenbachplatz rollt? Nach der Verkehrszählung 2009 passieren täglich 20.400 Fahrzeuge den Breitenbachplatz. Mittlerweile dürfte es angesichts neu errichteter Wohngebiete in Zehlendorf eher noch mehr sein. Würde es durch Tempobegrenzung und bauliche Maßnahmen weniger attraktiv, diese Route zu nutzen, würden viele über den Hohenzollerndamm und die sich von dort verzweigenden Hauptstraßen an ihr Ziel fahren. Dies würde auch die Englerallee entlasten, deren Anwohner bereits gegen das starke Verkehrsaufkommen protestieren.

© Ulrich Rosenbaum 2001-2017